Funktionsprinzip - Tragschrauber vs. Hubschrauber
Ein Tragschrauber oder Gyrocopter ist weder ein Flugzeug, noch ein Hubschrauber, vielmehr eine Mischung aus beidem. Wie ein Hubschrauber besitzt er einen Rotor, der sich im Flug dreht und den notwendigen Auftrieb erzeugt, man spricht von einem Drehflügler. Deshalb wird er von Laien oft mit einem Helicopter verwechselt.
Wo liegt nun der entscheidende Unterschied?
Nun, der Rotor des Tragschraubers wird nicht wie beim Heli von einem Triebwerk angetrieben, sondern dreht sich allein durch die ihn anströmende und durchströmende Luft. Dieses Prinzip ist aus der Natur bekannt, man findet es zum Beispiel beim Ahornsamen. Das Funktionsprinzip des Tragschraubers erschließt sich auch aus der alternativen Bezeichnung Autogyro, welche sich aus den griechischen Wörten autos = selbst und gyros = Drehung zusammensetzt und soviel wie selbstdrehend bedeutet. Den Flugzustand eines Drehflüglers, bei dem sich die Drehbewegung des Rotorsystems von selbst nur durch die anströmende Luft erhält, nennt man Autorotation.
Beim Hubschrauber setzt man die Autorotation als Notlandeverfahren bei Triebwerksausfall ein, der Gyrocopter fliegt ständig mit Autorotation, er kann gar nicht anders! Das macht ihn zu einem sehr sicheren Fluggerät.
Natürlich benötigt auch ein Tragschrauber einen Antrieb, er ist kein Perpetuum Mobile. Der sich selbst drehende Rotor sorgt lediglich für den Auftrieb, ähnlich wie eine Tragfläche beim Flugzeug. Für den Vortrieb braucht er einen motorgetriebenen Propeller. Alternativ kann ein Tragschrauber allerdings auch geschleppt werden, wie man an dem folgenden Video sieht, welches einen Gyro-Hängegleiter bei Start und Landung zeigt. Es beweist auch, dass der Rotor beim Gyro tatsächlich nur durch die anströmende Luft angetrieben wird:









